Kunst auf dem Campus

Einleitung & Fragestellung

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Der Campus der Ruhr-Universität ist nicht nur Lern- und Arbeitsumgebung für Tausende Studierende und Mitarbeitende, sondern er bietet auch eine große Vielfalt öffentlicher Kunst. Ob die mit der Architektur korrespondierende Kunst am Bau, Kunstwerke von Studierenden oder (un-)autorisierte Graffiti, überall auf dem Campus lässt sich Kunst entdecken. Doch im Universitätsalltag rückt diese oft in den Hintergrund.

Mit unserer Data Story wollen wir dazu einladen, den Campus aus einer neuen Perspektive zu betrachten und mehr über die öffentliche Kunst an der Ruhr-Universität zu erfahren. Dabei geht es uns nicht nur darum, einzelne Kunstwerke vorzustellen, sondern wir wollen auch nachvollziehen, wie öffentliche Kunst-Räume auf dem Campus entstehen, erhalten und verändert werden. Diese Prozesse stehen immer auch in enger Verbindung zur Geschichte der Ruhr-Universität, ihrer Identität und ihrem Wandel über die Zeit. Wir interessieren uns außerdem dafür, welche Akteure an diesen öffentlichen Kunst-Räumen beteiligt sind – wer sie plant, errichtet, pflegt, aneignet, verändert – oder überhaupt als solche wahrnimmt.

Dabei wollen wir drei verschiedene Blickwinkel auf die Kunst auf dem Campus mit einbeziehen, die an das Konzept der Produktion von Raum des französischen Stadtsoziologen Henri Lefebvre angelehnt sind (vgl. Lefebvre, 1991). Die erste Perspektive bezieht sich darauf, welche Rolle die Kunst für die Nutzenden des Campus in ihrer Alltagswelt spielt (wahrgenommener Raum). Wird sie überhaupt als solche wahrgenommen oder möglicherweise anders interpretiert und genutzt? Die zweite Perspektive ist die der Planung der Kunst-Räume an der RUB seitens verschiedener Akteure (geplanter Raum). Dazu zählt die Erhaltung und Pflege der Kunst, aber auch ihr Abbau und ihre Lagerung bei Umbaumaßnahmen. Der letzte Blickwinkel richtet sich schließlich auf Aneignungsprozesse der öffentlichen Kunst-Räume, beispielsweise durch Graffiti oder Kunstwerke von Studierenden (gelebter Raum). Diese drei Perspektiven möchten wir im Rahmen unserer Data Story aufgreifen und auch betrachten, an welchen Stellen sie miteinander in Berührung kommen.

Datenmaterial & Aufbau der Data Story

Um diesen Fragen nachzugehen, haben wir selber den Campus erkundet, Fachliteratur zu Kunst im öffentlichen Raum und an Universitäten gelesen und Expert*innen der Kunstsammlungen, des kunsthistorischen Instituts, des Dezernat 5, des musischen Zentrums, der LWL Denkmalpflege und der Stadt Bochum interviewt. Die Ergebnisse dieser Forschung möchten wir in Form dieser Data Story vorstellen. Die Data Story umfasst mehrere verschiedene Teile, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Bildergalerie

Zum Einstieg in unsere Data Story laden wir zunächst dazu ein, die Bildergalerie am Ende dieser Seite anzuschauen. Die Galerie enthält Fotos, die wir während unserer ersten Erkundungen des Campus auf der Suche nach Kunst gemacht haben. Klickt man auf die Bilder, so werden kurze Erklärungen zu den jeweiligen Objekten angezeigt. Die Bildergalerie zeigt die Vielfalt der Kunstwerke und Verschönerungen auf dem Campus und richtet die Aufmerksamkeit auf Orte, an denen wir vielleicht alltäglich vorbeikommen, deren Details und Geschichte wir aber oft nicht bewusst wahrnehmen.

Dieser Teil unserer Data Story stellt die Ebene des wahrgenommenen Raumes in den Vordergrund. Er arbeitet primär mit Fotos von Kunstwerken, die den Nutzenden des Campus alltäglich begegnen und die auch wir im Rahmen unserer Forschung als erstes wahrgenommen haben. Er liefert zusätzliche Informationen, die sich jedoch auf kurze Hintergundgeschichten beschränken, die oft auch den Infotafeln der Kunstwerke zu entnehmen sind.

Datenvisualisierungen zur Kunst am Bau

Einen vertiefenden Blick werfen wir anschließend auf die Kunst am Bau, also Kunstwerke, die als Investition im Rahmen von Bauvorhaben entstanden sind und in engem Zusammenhang mit der Architektur stehen. An der RUB ist die Kunst am Bau vor allem im Zuge des ursprünglichen Baus der Universität in den 1960er und 1970er Jahren entstanden. Eine ausführliche Darstellung der Kunst am Bau-Werke an der RUB mit Beschreibungen von Studierenden der Kunstgeschichte ist hier zu finden. Ergänzend zu dieser Darstellungsweise präsentieren wir in unserer Data Story Datenvisualisierungen, die einen Blick auf die Gesamtheit der Kunst am Bau auf dem Campus ermöglichen. Die Visualisierungen gehen Fragen nach wie: Wann und wo auf dem Campus ist die Kunst am Bau entstanden? Welche Künstler stehen hinter den Kunstwerken? Welche Materialien wurden besonders häufig verwendet?

Dieser Teil unserer Data Story stellt die Ebene des geplanten Raumes in den Vordergrund. Wir nutzen einen Datensatz, der im Zuge der Inventarisierung der Kunst am Bau entstanden ist und somit Grundlage für die planende Gestaltung der öffentlichen Kunst-Räume an der RUB ist. In unseren Visualisierungen nehmen wir ebenfalls die Perspektive des geplanten Raumes ein und betrachten die Kunst am Bau als Aggregat in ihrer Verteilung über verschiedene Kategorien.

Interaktive Campus-Karte

Wir wollen uns jedoch nicht ausschließlich mit der Kunst am Bau auseinandersetzen, sondern auch andere Kunstformen, insbesondere Kunst von Studierenden und Graffiti in den Fokus rücken. Außerdem geht es uns auch darum, Fragen nach dem Wandel der Materialität, aber auch der Bedeutung der Kunst auf dem Campus im Zeitverlauf nachzugehen. Dafür erzählen wir auf Grundlage unseres umfangreichen Interviewmaterials beispielhafte Geschichten einzelner Kunstwerke und Orte auf dem Campus. Diese können auf unserer interaktiven Karte des Campus erkundet werden.

Dieser Teil unserer Data Story stellt die Ebene des gelebten Raumes in den Vordergrund. Er beschäftigt sich nicht nur inhaltlich an vielen Stellen mit Momenten der Aneignung der öffentlichen Kunst auf dem Campus, sondern er beinhaltet auch unsere eigene Aneignung des Themas. Aus unserem Interviewmaterial haben wir Geschichten gebildet, die wir für besonders relevant empfinden und erzählen diese mit Hilfe unserer eigenen Zeichnungen, Videos und Texte.