Zwischen Kaffee und Konzentration: Ein Tag im Schreibcafé
Paul betrat das Schreibcafé mit einer Tasse dampfendem Tee in der Hand und ließ den Blick über die Tische schweifen. Es war sein Ritual, jeden Montagmorgen hierherzukommen – ein Ort, der gleichzeitig beruhigend und inspirierend war. Er mochte das Summen der Gespräche, das leise Tippen der Laptops und die Atmosphäre des konzentrierten Arbeitens, die ihn jedes Mal motivierte. Paul studierte Englisch und Geschichte im Master und hatte an diesem Tag ein Seminar, das erst um 12 Uhr losging. Zu Hause hatte er keinen richtigen Schreibtisch, nur einen kleinen Esstisch, der kaum Platz für seine Bücher bot. Außerdem war die Ablenkung dort einfach zu groß – das Bett war einfach zu einladend, wenn er zu Hause lernen wollte.
In der Bibliothek angekommen, holte er sich erst mal einen Kaffee im Schreibcafé. Dieser Ort war sein Lieblingsplatz, denn hier konnte man nicht nur lernen, sondern auch mal kurz plaudern, ohne gleich böse Blicke von den anderen Studierenden zu kassieren.
Im Schreibcafé traf er auf Ari, mit der er sich regelmäßig hier verabredete. Nach einem kurzen Gespräch mit Ari, um den neuesten Gossip auszutauschen, ging es an die Arbeit.
Kaum angefangen zu arbeiten, hörte Paul plötzlich eine Stimme neben sich: „Hi, suchst du einen Schreibpartner?“ Paul blickte auf. Lena, eine Kommilitonin aus einem seiner Seminare, stand vor ihm. Sie hielt ein Buch in der einen Hand und eine Tasse Kaffee in der anderen.
„Eigentlich wollte ich allein schreiben“, antwortete er zögernd, doch Lena setzte sich trotzdem.
„Keine Sorge, ich störe nicht. Ich brauche nur jemanden, der mich motiviert, nicht ständig aufs Handy zu schauen.“
Paul schmunzelte. „Na gut. Aber wenn du mich ablenkst, werfe ich dich raus.“
Die beiden arbeiteten eine Weile schweigend nebeneinander. Paul bemerkte, wie die stille Präsenz von Lena ihn dazu brachte, fokussierter zu arbeiten. Immer wenn er den Faden verlor, sah er zu ihr hinüber, wie sie sich Notizen machte oder Passagen in ihrem Buch unterstrich. Es war fast wie eine stille Challenge, wer produktiver sein konnte.
Nach einer Stunde legte Paul seinen Stift beiseite und streckte sich. „Wie läuft’s bei dir?“ fragte er.
Lena sah von ihren Notizen auf. „Ganz gut, denke ich. Und bei dir?“
„Ich bin fast fertig mit meiner Einleitung“, sagte er zufrieden. „Vielleicht gönne ich mir gleich einen Keks aus dem Café.“
Lena grinste. „Kekse sind immer eine gute Idee.“
Während Paul seine Sachen zusammenpackte, fiel sein Blick auf eine Schreibtutorin, die sich mit einer anderen Studentin unterhielt. Die beiden schienen intensiv über ein Thema zu diskutieren, und Paul fühlte sich an sein erstes Mal im Schreibcafé erinnert – an die Unterstützung, die er damals bekommen hatte.
Er lächelte, nahm seine Tasse und schlenderte in Richtung Café. Der Morgen war produktiv gewesen, und das Schreibcafé hatte erneut seine Magie entfaltet.